Blog - Gipsschmuck für große Villen

Sein Unternehmen hat nicht nur im Grand Hotel in Bordeaux Spuren hinterlassen.

 


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Foto: Peter Lisker


 
 


Die Mitarbeiter von Stuckateur Jens Hilbert fertigten jüngst Formen für das größte noch bestehende Gründerzeitviertel Europas, das Waldstraßenviertel in Leipzig, an.Für ein Haus in der Gustav-Adolf-Straße entstanden in der Lützener Werkstatt Innenstuckarbeiten. Wichtige Auftraggeber für das Unternehmen „Das Profil“ mit Hauptsitz in Leipzig seien dabei vor allem Immobilieninvestoren, die reihenweise große Villen aufkaufen und restaurieren lassen, sagte der 45-jährige Firmenchef. Angst, dass in einigen Jahren diese Sanierungswelle verebbt, hat er allerdings nicht. „Es gibt noch immer reichlich zu tun. Und an jenen Häusern, die kurz vor der Wende restauriert wurden, muss sicherlich bald wieder etwas getan werden“, bemerkte Hilbert. Sein Lebenslauf zeigt nicht nur, wie die Wende Biografien auf einen anderen Weg gebracht hat, sondern auch, welchen Einfluss frühere Interessen haben. Denn der gebürtige Zwenkauer wuchs in Zeitz auf und entdeckte dort sein Faible für historische Architektur und Gebäude. Mit 16 Jahren heuerte er bei der Handelsschifffahrt an, reiste so um den Globus. Der Zusammenbruch der Reederei Anfang der
90er Jahre setzte den beruflichen Touren als Bootsmann ein Ende. Eine Umschulung zum Stuckateur und die Arbeitserfahrungen, die Hilbert in den Betrieben Klinger Stuck und Restaurierung in Leipzig-Markkleeberg und dem Baustoffhersteller Bayosan sammelte, waren die Basis für die eigene Firmengründung im Jahre 2000. Heute beschäftigt er fünf Vollzeitkräfte und mehrere Helfer. Die Produktpalette reicht dabei von traditionellen Stuckarbeiten aus Gips und Zement bis hin zu modernen Formen aus Kunststoff, von simpler Meterware bis hin zu detailreichen und filigranen Arbeiten im Jugendstil. Letztere zieren eine Wand in der Werkstatt des Stuckateurs. „Es gibt nichts, was nicht möglich ist“, betonte der Messestädter, zu dessen Kundenstamm auch private Hauseigentümer zählen. Die notwendige Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz bezeichnet er als „schwieriges Feld“. „Man muss die verschiedenen Seiten in Einklang bringen und gemeinsam einen Konsens finden“, so Hilbert.In der Werkstatt stehen derzeit Arbeiten für den nächsten Auftrag. Das zu sanierende Haus hat allerdings einige Jahrhunderte an Geschichte mehr vorzuweisen als die Leipziger Villen. Es ist die ehemalige kirchliche Hochschule nahe des Naumburger Doms.


 


LÜTZEN/MZ., „Gipsschmuck für große Villen“, http://www.mz-web.de/weissenfels/gipsschmuck-fuer-grosse-villen,20641108,18172432.html, 5.11.2013

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